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Kamtschatka
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| Vulkane Kamtschatkas, RusslandVulkane Kamtschatkas sind nicht durch Blutgier gekennzeichnet: die Einwohner dieser Gegend haben hier nicht so viel Vulkane gesehen, die man todlich nennen konnte. Der dunkle Schattenriss eines Vulkans im Morgengrauen birgt keine Gefahr in sich - fur die Einwohner von Kamtschatka ist er gewohnlich ein Merkmal des schonen Wetters. Trotzdem ist es schwer, sich in der Nahe von Vulkanen zu uberzeugen, dass sie nur geologische Objekte sind. Die Stille neben Vulkanen ist eine besondere Stille, die die Seele mit einer unbegreiflicher Verbindung von Aufregung und Ruhe erfullt. Alles scheint unbekannt und ungewohlich, man sieht sich um, als ob man einen Blick von einem anderen Weltall auf sich fullte: ein grauenhaftes und zugleich heiteres Gefuhl, weil unter diesem starren Blick man jemandes unendliche Macht uber sich fuhlt - vielleicht diejenige einzige, echte Macht, der man sich unterwerfen mag.Welcher der Vulkane ist der schonstess Obwohl es nicht genug objektive Kriterien in Schonheitsfragen gibt, kann man die ersten drei nennen. Die Vulkane Klutschewskoj, Korjakskij und Kronotskij konnten als vulkanische Symbole von Kamtschatka dienen. Der Vorteil des Vulkans Klutschevskoj - sein "Wuchs" (Absoluthohen dieser Vulkane betragen entsprechend 4750 m, 3456 m und 3528 m) - ist auf den ersten Blick nicht so wesentlich. Der grosste Vulkan in Eurasien hat seine Hohe von rund funf Kilometer dadurch erreicht, dass er sich auf einem so zu sagen "Postament" bildete - auf dem Hang eines alten Vulkans. Und eigene Hohe des Vulkans Klutschewskoj (Relativhohe) betragt 3000 m - das ist weniger, als die Hohe des Vulkans Korjakskij (3300 m) und des Vulkans Kronotskij (3100 m). Was die Form des Vulkankonuses betrifft, oder wie man in der Zeit von Krascheninnikow sagte - der "Zelt", so bevorzugen die meisten den Vulkan Kronotskoj. Der geometrisch richtige, rippige Kugel mit Eiskappe sieht sich im Wasser des in Kamtschatka grossten Sees. Der Vulkan Korjakskij ist nicht weniger schon, als seine zwei Nachsten. Zusammen mit Vulkan Awatschinskij bildet er ein perfektes Ensemble - ein unabdingbares Panorama von Petropawlowsk-Kamtschatskij. Mehrere Einwohner der Stadt fuhlen fast Verwandschaft zu ihm. Im ubrigen hat jeder Vulkan Kamtschatkas einegen Schonheut. Es gibt mehr als dreihundert Vulkane an der Halbinsel, 29 von diesen sind auch heute aktiv. Kaldera Uzon
Kaldera (mit diesem Wort wird ringformige Bruchstelle bezeichnet ) des Vulkans Uzon entstand vor etwa 40 Tausend Jahren an der Stelle eines riesigen Vulkans, der durch eine Serie von Explosionsausbruche zerstort wurde. Bei der letzten Erschutterung in der Kaldera (vor 8500 Jahren) entstand eine Spur in Trichterform mit Durchmesser etwa ein Kilometer. Wahrend der nachfolgenden Jahrhunderten von hydrothermalen Aktivitat auf dem Uzon formierte sich einzigartige Symbiose von Vulkanismus und wilder Natur.
Man kann kaum solchen Ort auf der Erde finden, wo die herbstliche Pracht so bund und gleichzeitig kurz ist. Der herbstliche Uzon ist unverge?lich. rasend wird die Tundra rot, mit Gold flimmern steinerne Birken, wie Opferfeuerrauch steigten Dampfsaulen in den hellblauen Himmel. Morgens ist in Birkenheinen leichte Musik zu horen. klingelnd fallen mit Reif bedeckte Blatter. Aber schon mit ersten herbstlichen Stormwinden fallt das Laub ab, wegen Frost wird die Tundra blass, nur in Moorkessel wird standig bunter Lehm gekocht.
Vulkan Klutschewskoj
Das ist der grosste aktive Vulkan in Eurasien. Seine Hohe ist 4750 m uber dem Meeresneveau. Der Vulkan hat einen fast perfekten, ungewohnlich schonen Kegel. Er gehort zu Klutschewskaja Vulkanengruppe mit Kamen, Bezymjannyj, Ploskij Tolbatschik u.a. Alter des Vulkans ist um 8000 Jahre. Der erste Ausbruch des Vulkans Klutschewskoj wurde 1697 von Wladimir Atlasow - wahrend seiner beruhmten Wanderung in Kamtschatka registriert. Durchschnittlich erfolgten Ausbruche des Vulkans ein Mal pro funf Jahre, in einigen Perioden auch jahrlich, manchmal kontinuierlich im Laufe von Jahren.
Die erste Besteigung auf den Vulkan Klutschevskoj wurde 1788 von Bergfuhrer Daniil Gaus realisiert. Seit dieser Zeit haben mehrere mutige Menschen zum Krater des Vulkans Klutschewskoj gestiegen.
Vulkan Karymskij
Das ist ein relativ kleiner (1486 m) und junger (6100 Jahre) Vulkan - der aktivste Vulkan Kamtschatkas. Nur im 20. Jahrhundert geschah 23 Ausbruche, die letzte war 1996 und dauerte mehr als zwei Jahre lang erloschend. Ausbruche des Vulkans Karymsij erfolgen mit Explosionen, Emissionen von Arsche und Bomben aus dem zentralen Krater. Gewohnlich sind Laven des Vulkans so zah, dass Feuerflusse nicht immer den Vulkanfuss erreichen.
Vulkan Malyj Semjatschik
Malyj Semjatschik ist ein vulkanischer Gebirgskamm 3 km lang, an dem es drei Krater gibt. In dem sudlichen Krater (Trojtskij) 170 m tief liegt ein besonderer Suersee. Die Temperatur dieses undurchsichtigen Sees schwankt von +27°C bis +42°C, und der Mineralisierungsgrad entspricht einer Losung von Schwefel- und Salzsäuren massiger Konzentration. Verbluffend ist die Grosse des Sees: um einen Halbkilometer breit, 140 m tief. Es wird vermutet, dass der Sauersee relativ neulich als Ergebnis eines Ausbruchs entstand, der von Menschen unbemerkt passierte
Vulkan Gorelyj
Gorelyj ist eine Kette von elf Krater, die aufeinander liegen, mit Seen, Fumarolen sowie mit vielen (um 40) Schlackenkegel mit Lavaflussen; an seinen kahlen Wanden kann man anschaulich Umwandlungsprozesse vulkanischer Produkte studieren, insbesondere Umwandlungen pyroklastischer Stoffe (poroser Bimssteine) in gesinterte Tuffe und Ignimbrite. Vulkan Gorelyj ist ein hervorragender geologischer Objekt.
Vulkan Awatschinskij
Awatschinskij ist ein aktiver, schoner Vulkan von Typ Somma-Wezuwij mit komplizierter Konstruktion, mit einem perfekten Kegel 2751 m uber dem Meeresneveau. An der Spitze des Kegels lag ein Krater mit Durchschnitt von 350 m und 220 m tief, aber 1991 wurde infolge eines Ausbruchs der Vulkantrichter mit Lava befullt, und heute sind in unterschiedlichen Stellen des Trichters Fumarolen aktiv, die Schwefel ablagen.
Vulkan KorjakskijKorjakskij ist ein Stratovulkan mit einem richtigen rippigen Kegel 3456 m uber dem Meeresneveau. Aus dem machtigen Zirkus an der Spitze und in verschiedenen Stellen an dem Barranco des Vulkans steigen Gletscher ab. Langs Spalten unter dem Spitzenteil dampfen Fumarolen, und im Krater gibt es warme Platze. Gesteine sind hier bis zu Opale, Alunite, farbigen Lehmen mit reichen Ablagerungen von Schwefel, Gips, Salmiak usw. Metamorphisiert.
Vulkan Dzenzurskij
Dzenzurskij ist ein zerstortes vulkanisches Massiv mit einem Krater in Form eines Eiskarren. In dem sudwestlichen Teil des Vulkans ist ein Fumarolenkessel mit Grosse von 5 / 20 m, der mit Auftauwasser befullt ist. An Ufer und am Boden des Kessels sind Fumarolen sehr aktiv, wegen deren die Wassertemperatur 85 bis 90°C erreicht. Auf etwa 40% besteht das Wasser aus einer Suspension. Die Wande des Kessels bestehen aus bunten Lehmen.
Vulkan Wilutschinskij
Wilutschinskij liegt im Sud-Westen von Petropawlowsk-Kamtschatskij, gerade hinter der Bucht Awatschinskaja. Dieser Vulkan gehort zu geloschten Vulkanen und ist durch einen Kegel 2175 m uber dem Meeresneveau vertreten. Seine Spitze ist in westlicher Richtung abgeschnitten und sieht als grosse Hartlinge aus, die durch Eis- und Firnballung getrennt sind. Lava und Pyroklastik, die Hartlinge bilden, sind aussen bis bunte Gestalt geandert, wahrscheinlich infolge Fumarolenwirkung in naherer Vergangenheit. Die Abhange des Vulkans sind radial durch tiefe Barrancos geschnitten, die von der Spitze auseinanderlaufen, dabei beginnen einige von diesen in der Mitte des Abhangs. Die Hohle des oberen nord-westlichen Abhangs ist mit Eis und Firn befullt. Der Vulkan ist aus Lava und Pyroklastik andesit-basaltischen Bestandes gebildet. In der Grundlage des Vulkans gibt es auch mehr sauere Gesteintypen, und im sud-westlichen Teil sind viele warme Quellen zu finden.
Vulkan Ostryj Tolbatschik
Ostryj Tolbatschik ist durch Stratovulkanen vertreten und hat eine scharfe vereiste Spitze. Er ist 3682 m hoch. Der sud-westliche Teil der Spitze bildet einen grossen offenen Abbruchzirkus. Sein unterer Teil ist mit einer starken Eis- und Firndecke bedeckt, die sich auch auf den westlichen Teil des Vulkans Ploskij Tolbatschik erweitert. Im Zirkus nimmt seinen Anfang der Schmidt-Gletscher mit klarem Relief, der auf sudliche Abhange des Vulkans herabsteigt. An diesen Abhangen sind auch tiefe Barrancos gut zu sehen. Die westlichen Anhange des Vulkans sind stark zerstort und durch zahlreiche radiale und konzentrische Gange basaltisches Bestandes geschnitten. Die Gange sind klar im Relief ausgepragt und stellen lange Zahnwande, seltsame Kloster, nadelformige Stocke usw. dar. Ihre Hohe andert sich von 3 bis zu 20-30 m. Sie sind sowohl fur Gelehrten als auch fur Touristen und Alpinisten interessant. Das ist ein erloschener Vulkan. Vielleicht erfolgte seine Aktivitat in Holozän parallel mit der Aktivitat des Vulkans Ploskij Tolbatschik.
Vulkan Ksudatsch
Ksudatsch ist ein Stumpfkegel mit Fuss von 18 auf 22 km und mit Kalderen, die voll von Kraterseen sind. Seine Hohe ist 1000 m uber dem Meeresneveau.
Vulkan Mutnowskij
Mutnowskij ist ein kompliziertes vulkanisches Massiv 2323 m uber dem Meeresneveau, mit starken Fumarolenfeldern, auf den man alle verschiedenartige Formen moderner gaswasserthermalen Aktivitat beobachten kann, mit seltsamen Bauten aus vulkanischem Schwefel 2,5 m hoch und 5 m breit, mit Bildung seltener Mineralen (einschliesslich Markasit, Metazinnabarit), mit Gletscher und Seen.
Der Ausbruch endet und alles, was aus dem Vulkankrater erschien - die zah, kaum flussige Lava, die wie Mehl feine Arsche - bleibt auf der Erde. Das ist eigentlich der neue Boden, geboren in Flammenqualen. Das Aussehen und Eigenschaften vulkanischer Gesteinen hangen vom chemischen Bestand des Magmas und Verhaltnissen seines Austritts auf die Oberflache ab. Die Laven, die relativ kleine Menge von Kieselerde enthalten, sind mehr flussig. Nach Erstarren bilden sie Basalte - Gesteine, die in Kamtschatka besonders verbreitet sind. Zah, dehnbare Laven enthalten mehr Kieselerde, nach ihrem Erstarren entstehen Andesite und Dazite. Bei sehr hoher Kieselerdekonzentration kann die Lava als vulkanisches Glas d.h. Obsidian erstarren. Ein jungen Lavastrom ist oft eine fast unuberwindliche Aufhäufung von aspidschwarzen Schollen. Von fern ist er einem Drachen ahnlich, der sich an die Erde anschmiegte. Je naher man kommt, desto mehr ist die Bedruckung: eine endlose schwarze Wand, Schollen, die bis zur Hohe von mehreren Stockwerken ansteigen, nur selten sind auf der Steinoberflache winzige Flechteplatten zu bemerken. Diese anspruchslose, kaum bemerkbare Flechte ist das erste Merkmal des unuberwindlichen Lebans. Jahrhunderte kommen vorbei, Winde und Regen schleifen scharfe Kanten ab, die Arsche neuer Ausbruche bedecken eckige Steine - und das schreckliche "Monster" verwandelt sich in eine neue flache Kette. Die durch Ausbruche verbrannte Erde beherrschen zuerst das Moos und die Flechte, dann Gras, Zwergweide und Beerenstrauche. Nach Verschwinden der Asche unter der grunen Decke der Tundra kommen auch Tiere zuruck. In alten Lavastromen beginnt das Leben von schwarzkopfigen Murmeltieren. Diese komische Geschopfe, deren Zahl in Kamtschatka standig abnimmt, kommen auf hohe Hartling-Schollen und heniessen die Sonne gern. Kamtschatka hat viel Orte mit grossen Dicken des Bimssteins. Bims ist auch ein vulkanisches Gestein, er entsteht, wenn das Magma mit gelostem Wasser ziemlich schnell die Oberflache der Erde erreicht. Da nimmt der Druck in der Schmelze ab, das geloste Wasser verwandelt sich rasch in Dampf und bläht das warme Magma auf. So entsteht der Bimsstein. Aber wenn die Schmelze zu viel Wasser hat, zerrisst ihn der Dampf auf kleine Partikeln, aus dem Sand, Achse und kleine Steinchen ("Lapillen") entstehen. All dies verdichtet, "zementiert" sich spater, und als Ergebnis entsteht ein ziemlich hartes Gestein - Agglomerattuff. Bimsblosslegung ist das Zeugnis von starken, katastrophalen Ausbruchen in Vergangenheit. Besonders ergreifende Bimsfelsen liegen im Suden Kamtschatkas, am Kurilensee. Hier am Ufer des Flusses Ozjornaja liegen die beruhmten "Kutchiny Baty" - "Bimsobelisken", die riesigen vertikal aufgestellten Booten ahnlich sind. Laut der Legende von Itelmenen lebte Kutchu - der Gott und Schopfer Kamtschatkas - neben Kurilensee eine bestimmte Zeit vor seiner Abfahrt von der Halbinsel und fischte in diesen steinernen Booten (Baten) am Meer und am See. Vor dem Abgang stellte Kutchu seine Baten am Ufer und seit jener Zeit gilt dieser Ort als fur Einwohner von Kamtschatka heilig. Nach dem Ausbruch werden mehrere Vulkane auf viele Jahre still und ubergehen in die Phase von Fumarolenaktivitat. Fumarole ist ein Gasstrahl mit sehr hoher Temperatur. von 300 bis 500°C. Der Austritt von Dampf und Gas mit kleinerer Temperatur heisst Solfatara. Die meisten aktiven Vulkane Kamtschatkas sind in der Phase von Fumarol- und Solfataraaktivitat. Die Fumarolen, die ausser dem Wasserdampf auch Schwefelwasserstoff, Kohlensäuregas und Schwefeldioxid enthalten, andern Gesteine sehr stark. Auf dem Boden flie?en Sauerstoffflusse, die mit Eisen und Aluminium angereichert sind, auf Steinen neben Fumarolen kristallisiert sich Schwefel, in einigen Stellen bilden sich Erzlagerstätte von Zink, Blei, Arsen und Quecksilber. Der Vulkan ist wie ein riesiger Kolben, in dem auf geheimnisvollen Naturgesetzen chemische Stoffe vermischt, erwarmt werden und reagieren. Moorkessel und kleine Moorvulkane sind auch Wunder Kamtschatkas. Sie sind in unterschiedlichen Orten zu treffen, aber meistens sind sie in Kaldera Uzon und im Geiser-Tal vertreten. Aber sie mussen vorsichtig besichtigt werden. Es ist viel schrecklicher, in den siedenden Lehm zu fallen, als sich zu verbruhen: der Lehm ist kein kochendes Wasser, er wird sehr langsam kalt und kann nicht sofort abgespult werden. Man kann nur die Baren beneiden und sich bewundern, wie sie keck rauchende Thermalstatten queren. Kleine Moorvulkane funktioneiren gleich wie echte Vulkane: sie rauchen und "ausbrechen", nur ihre "Vulkanische Aktivitat" zeigt sich nach dem Regen, und beim trockenen und heissen Wetter "schlafen" sie ein. Geiserit ist ein Mineral (Kieselerde, die zur Gruppe unedler Opale gehort), das hauptsachlich um Geiser durch Kristallisierung aus heissem Wasser entsteht und zahlreiche Formen und Farben hat.
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